Mit dieser Choreographie begibt sich Arthur Kuggeleyn risikofreudig auf unerforschtes Terrain: die Darstellung der Allgegenwart, der mehrfachen gleichzeitigen Präsenz eines Körpers.
Distanziert im Umgang mit vergangenen und gegenwärtigen Formen der Bühnenkunst und mit dem Humor, der den Choreographen auszeichnet, setzt „UbiquiTrip" das Immaterielle in unserem Leben als quasi schamanistische Reise über das Selbst hinaus in Szene.
… wenn es im Saal dunkel wird und die Stille das Gemurmel der Zuschauer schluckt, kann eine autonome Zeit- und Raumdimension erfahren werden, losgelöst vom Alltag. Wie im Kino, beim Lesen, am Steuer eines Videospiels …
Ist die Playstation ein moderner Schamane, der uns in eine andere Welt projiziert?
… wenn der Groove, der das kollektive und individuelle Pulsieren des dance floor moduliert, abbricht - für eine minutiös abgezählte Zeitspanne, entsprechend der wirkungsvollsten Anzahl an leer geschlagenen bass drum Takten in höchst erwartungsgeladener Stille, erreicht der Raver einen tranceähnlichen Zustand, fanatisch-ekstatisch, unkontrolliert und gesteuert … im Augenblick, wo der Beat wieder einsetzt.
Ist der DJ ein Schamane?
Fern von jeglichem New Age Wahn ist „UbiquiTrip" eine Weiterführung des Systems, welches Arthur Kuggeleyn in seinen letzten Choreographien entwickelt und mit immer neuen Herausforderungen angeht.