Vergesst was Euch daran erinnert, dass gestern vorgestern morgen war!
intim in time ist ein skizziertes, zeitloses Frauenportrait. In einem virtuellen Badezimmer hat eine Frau keine Zeit. Die real galoppierende Zeit spiegelt den Countdown der biologischen Uhr: mit ihr kommt die Angst vor dem Tod, das Wissen um das Altern.
In einem auf das Wesentliche reduzierten Solo wird der Übergang von seelischer und körperlicher Entblößung bis zur Gesellschaftstauglichkeit rasant vollzogen: eine Frau zieht sich an… und packt aus
Die Frage ist: Will sie - wollen wir? - Teil dieses, von der Zeit der Uhren bestimmten Mechanismus und Systems, sein? Welche Inseln der Freiheit und Möglichkeiten, dem zu entkommen, sind möglich?
Allein die Entscheidung dieser Vorstellung beizuwohnen, ist, wenn es uns gelingt Sie als Zuschauer zu fesseln, ein Stück Zeitlosigkeit.
Während die Zeit rennt - oder aber steht - verdichtet sich die Gegenüberstellung von Intimsphäre und Öffentlichkeit zum wesentlichen Spannungsbogen der Inszenierung.
Ein umgekehrter Striptease.
„Arthur Kuggeleyn scheint begriffen zu haben, dass sein rigoros-wuchtiges Körpertheater selten eine bessere Interpretin hatte, weshalb er Roswitha Kreil jetzt zum zweiten Mal ein Stück auf den Leib schneidert, und das trägt sie auch am eigenen Körper für ihn aus." (Berliner Morgenpost)
„Hinter der Frau, die sich in wiederholenden Bewegungen - Zucken, Drehen, Pendeln - hergibt, kreisen zwei Spielzeugflugzuge. Für einen Moment hält die Perfomerin inne und greift sich die Flugzeuge. Mit triumphierender Geste steht sie da: Sie hat die Welt angehalten. Eine Fantasie zum 11.September ergreift das Publikum." (Neues Deutschland)